Ist ja zum Glück alles subjektiv und vor allem Geschmackssache. Ich ziehe mittlerweile diverse savanna Abfüllungen eindeutig einem kontinental gereiftem Hampden egal ob jung oder alt vor. Insbesondere so Abfüllungen wie der Rum nation savanna 2007, CDI gleicher Jahrgang und Savanna Madras & Maputo und Thunderstruck haben mich komplett abgeholt und will ich nicht mehr missen. Der neue kommende #991 von RumX setzt aber halt mMn neue Maßstäbe wenn’s um die Kombi aus langer Reifezeit + Finish + Grand Arôme HERR style geht. Deutlich eleganter und komplexer wie die ganzen ohnehin auch geilen bisher bekannten grand Aromes (egal ob 2006/2007 oder Blanc Paris 2009 & Herrline) weil die alle nicht so viel Jahre aufm Buckel haben und so viel Fasseinfluss bekommen haben. Bin gespannt was hier der Rest der Community dazu sagen wird.
Der von @Schnubbii genannte rare cask is da einer der wenigen der mithalten kann. Auch richtig geiler Stoff fand ich!
Und ich fahre (immer noch) auf Hampden ab, aber den LP STC<3E 2005 und 2010 konnte ich immer noch nichts abgewinnen. Wie du schon sagtest, alles Geschmackssache.
Hatte ja eben beide parallel im Glas, also RX24528 und RX20991. Natürlich nichts für jeden Tag, aber wenn ich abends einen guten Rum trinken will, dann kommt mir Hampden so gar nicht mehr in den Sinn, Savanna jedoch sehr wohl. Auch wenn ich @FlorianRedbeard recht geben muss in seiner früheren Einschätzung, dass man den Eindruck eines One-Trick Pony hat - kennste einen, kennste alle. Aber: Gerade eben wurde mir wieder das Gegenteil bewiesen. Insofern würde ich auch @FlorianRedbeard ermuntern wollen, es noch mal mit Savanna zu versuchen - es muss ja nicht gleich eine ganze Flasche sein (P. S.: Hatte meine beiden Herrline seinerzeit auch weggegeben … ).
Bei Savanna hat der Hype die letzten Jahre schon dramatisch zugenommen. Als ich 2019 auf La Réunion war, gab es den Thunderstruck noch für 85 € im Destillerie-Shop, der ist auch 14 Jahre tropisch.
Der Tour Guide hat uns damals vollgeheult, dass alle nur auf Hampden fixiert sind und Savanna darüber komplett vergessen wird, obwohl sie doch auch so gute High-Ester-Rums herstellen. How times have changed…
Mir persönlich gefällt das GA- und insbesondere das HERR-Profil auch nicht zu 100%, da es mich zu sehr an chinesischen Baijiu erinnert. Und damit habe ich schlechte Erfahrungen gemacht…
Also mir kommt hier als erstes mal Mhoba in den Sinn. Die haben wahsinnig tolle Abfüllungen, der RX21956 z.B. würde wahrscheinlich in jeder Blindverkostung als Jamaicaner durchgehen. Auch die 4 Fassproben die @Oliver beim Member-Meeting dabei hatte haben alle überzeugt und wir haben ja ein 4x20cl Set vorgeschlagen. Da ist natürlich auch viel junges Gemüse dabei, mich würde hier wirklich mal ein länger gelagerter Rum aus dieser Destillerie interessieren, Potential ist da auf jeden Fall vorhanden und preislich auch alles im Rahmen.
Ich meine, die Situation am Rum Mark hat auch viel damit zu tun, dass nicht mehr jedes (zweite) Release eine Sensation darstellt, wie vielleicht in den 2010er und eventuell noch Anfang der 2020er Jahre. Die Profile der Destillerien (und z.T. der Jahrgänge, siehe T.D.L 200[1,2,3] “Einheitsbrei” ) sind gut bekannt. Überraschungen erlebe ich sehr wenige und welche die dann dazu führen, dass den Bottlern direkt zum Release die Flaschen aus den Händen gerissen werden noch weniger. Beispiel sind der sehr gute RX24988 oder RX19143 - beide noch immer gut verfügbar.
Eine Ausnahme dazu stellt der scheinbar allgegenwärtige Hype dar, der lediglich in regelmäßigen Abständen seinen Fokus wechselt. Gegenwärtig scheint Savanna im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Zu Beginn meiner Entdeckung von Rum waren Savanna Einzelfassabfüllungen für ~40€ zu haben (0,5l) und von den unabhängigen Abfüllern wurden ~90€ (0,7l) verlangt - und das ist keine 6 Jahre her (RX7316 war gefühlte Ewigkeiten verfügbar).
Deshalb sind aktuelle Abfüllungen mit der aktuellen Preisgestaltung wenig attraktiv für mich und ich kann mir vorstellen, dass es anderen ähnlich geht. Ich brauche nicht den dröften Hampden DOK, weil ich inzwischen weiß wie der gelagert und ungelagert schmeckt.
Spannend finde ich dagegen, dass die Abfüllung von (Navy-)Blends (Family Ricci, Rumclub, …) verbreiteter geworden ist. Allerdings sind die Preise auch hier “stramm” und nicht immer in Relation zum Genusserlebnis.
Man bekommt auch heute fast jede Flasche noch, die man unbedingt will und mit Geduld, dieser tollen Community und etwas Glück auch für halbwegs humane Preise.
Ich kaufe lieber einmal legendären Stoff wie HV LP TECA 2005 oder HV HGML 2010 für 250€-300€ und weiß welche geile Qualität ich im Glas hab, anstatt mir drei mittelmäßige neue und junge Releases zu holen die auch zusammen 300€ kosten
Ja, auch das zeigt wie klein die Community in Wahrheit noch ist. Wenn Geld keine Rolle spielt, kann man, bis auf eine kleine Hand voll Flaschen (Diamond 1988, Cadenhead VNL,…) noch jede Pulle mehr oder weniger problemlos erwerben.
The 2021/23 bubble (yes I consider it a bubble that now exploded) made distilleries/bottlers think the market was way bigger than it actually is, and also people willing to spend a lot.
My view is that at the time 2 effects combined.
Fomo/shopping fever affected rum lovers in a market where offer was growing, so that many (I am one of them, and many friends of mine too) accumulated a number of bottles way higher than consumption capability.
On the other hand, those who see rum as a commodity were buying at always higher prices, driving up the market.
The increase in price along with external factors (wars, interest rates) slowed down the “investors” given there’s less liquidity and less margin to be made due to higher RRP.
Rum lovers, who already have bottles at home, don’t need to hurry to buy at high prices, especially when there is very little of new rum profiles.
That’s my point of view about current market, for the future I see the risk for a consolidation phase, which I do not hope because I love current availability level.