The Rum Market in Transition: Price Trends, Hype, and the PLV at Independent Bottlers

Insgesamt finde ich es auch unfassbar spannend, dass sich alles zu wiederholen scheint, wenn wir uns die verschiedenen Phasen ansehen, in denen sich die Rumszene in den letzten 30 Jahren befand. Wir hatten zuerst ab Mitte der 90er Jahre mit Cadenhead, Bristol, Moon oder Velier einen Angebotsmarkt, zu dem es aber quasi keine Nachfrage gab. Diese Phase dauerte bis ca. Anfang der 2010er Jahre an. Ab diesem Moment stieg die Nachfrage, allerdings fehlte inzwischen über weite Strecken das dazu passende Angebot, da auf Grund der fehlenden Nachfrage in den Jahren zuvor das Angebot verkleinert wurde. Abfüller wie Velier und Moon wiederum waren bis dahin fast nur in Italien und tw. noch Frankreich weit verbreitet. Erst ab Mitte der 2010er Jahre stieg, Angesichts der Nachfrage, das Angebot durch neue Bottler wieder merklich und bis ca. 2016/2017 befanden sich Angebot und Nachfrage einigermaßen in einem Gleichgewicht. Ab Mitte/Ende der 2010er Jahre übertraf dann die Nachfrage das Angebot deutlich, was zu einer massiven Erhöhung der Preise und ab Anfang der 2020er Jahre wiederum auch zu einer deutlichen Erhöhung des Angebots führte. Für dieses Angebot zu diesen Preisen ist aber einmal mehr die Nachfrage nicht gegeben, weswegen wir, wenngleich auch auf anderem Niveau natürlich, in gewisser Weise wieder am Ausgangspunkt angelangt sind. Die alten Hasen sind seit langem eingedeckt, die neueren geben auch mal etwas mehr für einen Rum aus, aber auch nur wenn er top ist. Zum Gesamtangebot steht das in keiner Relation. Es bleiben also, wie bis vor 15 Jahren, die Pullen über Jahre in den Stores liegen und das Angebot an neuen Rums wird dadurch rapide abnehmen (auch, weil es vieles gar nicht mehr gibt). Und dann? Dann wird man sehen. Vieles hängt wohl auch von der Qualität der Rums ab, die da nachkommen. Wie entwickeln sich neue Jahrgänge? Kommt eine größere Menge Menschen nach, die sich für das Thema begeistern können, insbesondere auch junge Menschen, für die ein Rum aus 2010 dann klingt wie für mich ein Rum aus +/- 1990 und für deren Empfinden das dann keine “neuen" Vintages sein werden? Ich bin da sehr gespannt drauf!

PS: wer Bock auf einen deeper dive in die Zeit zwischen 2010 und 2020 hat, ich habe das hier alles mal etwas detaillierter niedergeschrieben:

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Ich finde ein super Beispiel für die überzogenen Preise bei angenommener höherer Nachfrage ist der Velier HGML Rare Cask.

Da hat man auf den Preis der Legende aufgebaut und einen unverschämten Wert verlangt.

Flipper dachten kurz, dass man damit auch noch mal ne Markt machen kann und kurz war der Wert über Ausgabepreis. Jetzt bekommst den Rum deutlich unter Ausgabepreis.

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Marktkorrekturen sind gesund.
Ganz aktuelles Beispiel: Wagemut stellt seine Reihe der “Zigarrenrums” mangels Nachfrage ein und reduziert die Preise für den Restbestand von 120€ auf 99€ je Flasche.
https://www.youtube.com/watch?v=f99nV8cHSv0
Wobei ich auch den “Angebotspreis” von 99€ für Rum-X-Bewertungen von 6,4-7,8 als sehr sportlich empfinde.
Was mich überrascht: Je gesüßter der Rum, desto besser die Bewertungen.

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Die Zielgruppe von Kröger Produkten mag gesüßte Spirituosen. So würde ich mir die besseren Bewertungen erklären.

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