RumX-Trip ins Armagnac 2026

Bread is never a diat ! :rofl:

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So, nach einer kräftezehrenden Rückfahrt und nach 2 Stunde Schlaf ein erster Resümee. Es wird erstmal kein Resümee geben, dass wird den ein oder anderen Tag dauern, die gemachten Erfahrungen zu sortieren und zu verarbeiten. Aber einst steht für uns alle fest, es wird nicht der letzte Besuch im Armagnac gewesen sein :heart_eyes:

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Amen.:folded_hands:t3::sweat_smile:

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Na dann überlegt euch doch schonmal nen Namen für euer Independent Bottler Label :wink:

PS: Da möchte ich bitte nen Abo oder in den “Members Club” :rofl:

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Klingt nach einem funktionierenden Geschäftsmodell. :+1::wink:

Wäre auch dabei. :folded_hands:

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Thanks for this thread guys. It looks like one hell of a trip, well worth the RumX community standard

:clap::heart:

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So, jetzt ist es eine Woche her, das wir von unserem Trip aus dem Armagnac zurück sind und sich die Eindrücke gesetzt haben. Daher denke ich ist es Zeit für ein Fazit.

Um ehrlich zu sein bin ich ohne große Erwartungen an die ganze Sache herangetreten. Mit 5 anderen Personen, von denen man 4 nur flüchtig gekannt hat,eine Woche intensiv und auf engem Raum zusammenzuleben - da kann auch viel schief gehen. Aber eine verbindende Leidenschaft für ein Hobby bringt wohl nur Menschen zusammen, die einfach harmonieren. Auch in diesem Fall. Es war eine so harmonische Woche, wo alle ihre Stärken eingebracht haben und an einem Strang gezogen haben. Das hatte ich ganz ehrlich so nicht erwartet. Danke an @Thunderbird, @Leo, @Chris2302, @Freddi_di_Mare und seine Hannah. Ihr seid echte Herzensmenschen für mich geworden und ich werde diese Woche immer in bester Erinnerung behalten.

So jetzt aber zum wesentlichen. Das letzte Mal war ich vor knapp 20 Jahren in Frankreich und hatte es in nicht so guter Erinnerung. Stolze Franzosen, die nicht so Bock auf Touristen haben, die der französischen Sprache nur rudimentär mächtig sind. Dieses Mal war das komplett anders. Die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Menschen in der Gascogne war wirklich zu jeder Zeit spürbar. Der Besuch bei Marion (Pouteou) war wie ein Besuch bei guten Freunden. Sie ist so ein toller Mensch, der zum Glück für uns auch noch fantastischen Armagnac herstellt. Hier sollte wirklich jeder mal die ein oder andere Abfüllung probieren. Auch der Besuch bei Hontambere war faszinierend, Sylvain der Kellermeister hat es wirklich drauf und hat uns ganz spannende Fassproben zum Probieren gegeben. Da wird in Zukunft ganz viel tolles kommen.

Aber die absolute Krönung war für mich der Besuch bei Alexandre von Ladevéze. Er ist wirklich ein Miraculix und hat meine Leidenschaft für Armagnac auf ein komplett neues Level gehoben. Armagnacs wie von ihm hatte ich vorher so noch nie im Glas. Am liebsten hätte ich jedes Fass von ihm probiert. Ich habe mich hier wirklich geärgert, dass ich nicht mehr mitgenommen habe. Aber ich stehe mit ihm in Kontakt und versuche möglichst einige Samples zu bekommen. Werde auch versuchen dann in Zukunft mehr Abfüllungen von ihm hier zu teilen, weil man außerhalb und sogar innerhalb Frankreichs nur sehr schwer an seine Sachen kommt. Man hat wirklich jede Sekunde gespürt, das Alexandre für Armagnac lebt. Und das hat mich echt begeistert. Auch heute noch :heart_eyes:.

Und zum Abschluss kommt dann auch noch Mika von Swell de Spirits suf einem Besuch vorbei und nimmt dafür jeweils 2 Stunden An- und Abfahrt in Kauf um uns zu treffen. Und man hat gemerkt wie wichtig ihm auch unsere Meinung ist. Das ist mehr als nur eine rein geschäftliche Beziehung. Schön zu sehen, dass es sowas in diesem Business auch noch gibt.

Alles in allem eine ganz fantastische Woche, wo alle dazu beigetragen haben, dass sie unvergesslich bleiben wird. Und das nur im positiven Sinne.

Ganz besonderen Dank nochmal an @Chris für die Idee und an @Leo, dass er die Idee aufgegriffen hat und den Großteil der Orga, was Anreise und Unterkunft betrifft, übernommen hat. Auf ein neues im nächsten Jahr, das steht die mich fest.

Sorry, wenn es was länger geworden ist, aber ich habe schon versucht mich kurz zu fassen :hugs:.

Schönes Wochenende euch allen…

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Wann kommt der Armagnac RumX (selected by @BananaJoe) auf den Markt eigentlich?

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Danke an Euch alle und natürlich vor allem Leo für die ganze Arbeit, eure Eindrücke und natürlich die Möglichkeit, diese wunderbaren Armagnacs zu probieren! :france::heart:

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Viel Spaß beim verkosten :tumbler_glass::slightly_smiling_face:

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Viel Spaß dabei und lass uns mal wissen wie sie dir schmecken :wink:

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Merci :switzerland: vielmals @Leo

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Weil ihr bestimmt noch nicht genug habt und jetzt auch die hochwertigen Bilder von @Thunderbird fertig bearbeitet sind, kommen jetzt noch meine Reiseeindrücke. Ich gliedere das Ganze nach Tagen/Domaines, weil euch die Reisetage sicherlich nicht sonderlich interessieren werden.

Domaine de Pouteou - Besuch bei Marion Tarbe

Der erste Tag ging direkt mit dem für mich wichtigsten Besuch in der Gascogne los. Marion und ihren Mann durfte ich bereits beim Dinner für die Aussteller des GAF 2025 kennen lernen und man spürte sofort die tolle Chemie. Als ich dann letztes Jahr beim GAF ihre Produkte probieren konnte, war ich sprachlos aufgrund des genialen Preis-Leistungs-Verhältnisses. Immer wieder schüttelte ich den Kopf, aufgrund der zu niedrigen Preise in meinen Augen. Selbst für Armagnac-Verhältnisse bewegen wir uns hier wirklich im günstigen Bereich. Dieses Jahr beim GAF 2026 konnten wir dann noch zusätzlich ihren Floc de Gascogne (ein für die Region typischer Süßwein bestehend aus 1/3 junger Armagnac und 2/3 Saft auf Traubenmost) kennenlernen, wodurch auch die zu Hause verbliebenen Ehefrauen unserer Reisegruppe großer Fan ihrer Abfüllungen wurden. Die Bestellscheine waren also schon vorher mit einigen Must-Haves befüllt.

Der Besuch auf ihrer Domaine unterlag somit einer hohen Erwartungshaltung, welche für mich schlussendlich noch übertroffen wurde. Von der ersten Sekunde an fühlte sich der Besuch bei Marion nicht wie ein Geschäftstermin oder Einkauf an, sondern wie ein Ankommen bei Freunden. Wir saßen 4 Stunden mit ihr gemeinsam am Tisch und quatschten über Gott und die Welt. Ihr Onkel kam später dazu, weil er sich wunderte, dass Kunden so lange bleiben würden. Auch mit ihm konnte ich mich kurz über ihre tolle Domaine, die er mit aufgebaut hatte, austauschen. Aber Marions Herzlichkeit ist für mich Sinnbild des Eindrucks den wir von der gesamten Bevölkerung in der Gascogne hatten.

Pouteou verfügt über eine eigene Alambic und brennt selbst ihren Armagnac. Dazu gibt es ca. 50 Hektar Weinanbaufläche bestehend aus Baco und Folle Blanche. Die “regulären” Flaschen bestehen zu 100% aus Baco, seit 1994 gibt es auch Versionen aus 100% Folle Blanche. Uns wurden drei Keller bzw. Scheunen gezeigt, welche randvoll mit Fässern waren. Insgesamt sollen es ca. 850 Fässer sein.
Der erste Keller war für die jungen Armagnacs reserviert, welche in frischen/neuen Fässern arbeiten durften. Der Geruch und die Atmosphäre war umwerfend. Von außen sah das Ganze auch eher wie eine verlassene Bauernscheune aus. Im zweiten Keller dann ein ähnliches Erscheinungsbild, hier kam der Armagnac aber nach seiner wilden Zeit rein um in älteren Fässern weiter zu reifen.

Der spannendste Keller war natürlich der letzte Keller mit den ältesten Jahrgängen. Dieser befand sich im Haupthaus der Domaine und war dadurch erheblich robuster gebaut. Ihr seht auf den Bildern ein Haus, wie man sich wohl ein südeuropäisches Landhaus vorstellt. Daher war dieser Keller auch spürbar kühler (und vermutlich auch trockener) um die Reifung zu entschleunigen für diese alten Jahrgänge. Jahrgänge älter als die 1970er waren bereits hinten im Regal in Demi-Johns eingelagert um weitere Reifungseinflüsse durch Holz zu unterbinden.

Wir probierten uns wirklich quer durch das Sortiment vor Ort. Im Kopf blieben uns dabei viele außergewöhnliche Jahrgänge. Für mich waren die Jahrgänge der 1981, 1982, 1984, 1990, 1994 im Baco herausstechend. Im Folle Blanche dann das Gegenteil. Besonders die jüngsten Jahrgänge 2010 und 2011 überragten die Anderen. Uns war sofort klar, dass wir hiervon eine Magnumflasche für den Rest der Woche mitnehmen mussten. Und auch jetzt zu Hause reizen diese jungen Folle Blanches am meisten. (Eventuell hört man da ja noch von anderen Abfüllern in nächster Zeit was. Das junge Folle Blanches sehr gut sind, hat sich inzwischen herumgesprochen.) Auch aufgrund ihrer Vielseitigkeit. Sie geben unserem eigens kreierten Longdrink Floc-Around-The-Clock nochmal die nötige Tiefe und Fruchtigkeit. Alte Armagnacs (gerade Baco und Ugni Blanc) haben diese holzige Rosine, Weinkeller, Trauben, “Demerara”-Note, welche toll ist, aber eben gleichbleibend. Bei den jungen Folle Blanches passiert dahingehend etwas mehr im Glas.

Nachdem Teile der Gruppe auch vom Wein der Domaine überzeugt wurden, blieb uns dann nochmal der Mund offen stehen. Ein Sixpack Wein kostete 22€ Hofpreis für uns. Der 5l-Sack nochmals günstiger. Hier wurde also an allen Fronten zugeschlagen. Die Weine der Domaines in der Gascogne würde ich zu deutsch als Hauswein beschreiben. Wer also einen gelagerten Barolo oder VDP-Mosel-Riesling erwartet ist hier falsch am Platz. Die Wein schmecken beim Grillen mit Freunden am Besten. Und diesen Platz hatten die Weine bei uns auch.

Zu den zahlreichen Geschenken die wir Marion aus Deutschland mitbrachten, konnte ich es mir auch nicht nehmen lassen, den einzelnen Teilnehmern unserer Gruppe eine kleine Flasche 1990er Armagnac mit individuellem Etikett dieser Domaine hier zu schenken. Die Resonanz war umwerfend positiv und ich war froh mich für diese Geste bei dieser Domaine entschieden zu haben.

Am Ende durften wir uns dann noch in die wirklich alten Jahrgänge vorprobieren und konnten alle einen 1952er testen. Einige wenige Flaschen durften wir davon sogar erwerben, was für uns ebenfalls toll war, da diese alten Jahrgänge eigentlich nicht mehr für den Verkauf gedacht sind.

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Wandertag - Domaine de Pajot und Domaine de Juglaron - Besuch bei Armagnac Duffau

Am 2. Tag unserer Reise entschlossen wir uns ohne ganz genauen Plan dazu die direkte fußläufige Umgebung unserer Unterkunft bei Éauze näher zu erkunden. Google Maps zeigte unzählige kleine und unbekannte Domaines im direkten Umkreis an. Also gesagt, getan. Obwohl die Straßenverhältnisse nicht fußgängerfreundlich waren und die Temperaturen langsam deutlich anstiegen, konnten wir unseren Plan gut umsetzen und diese wunderschöne Region auf eigenen Füßen erkunden.

Zuerst kamen wir bei der Domaine de Pajot an. Diese Domaine war ganz eindeutig mehr auf den (Bio-)Weinbau fokussiert und wir erlebten überraschte Gesichter, dass wir uns wirklich für Armagnac interessieren. Diese Reaktion war jedoch immer ähnlich. Die Einheimischen fanden es erst befremdlich, aber dann höchst bewundernswert, dass wir ihrem (richtigen) Armagnac solche Beachtung schenkten. Auch hier konnten wir schnell klar machen, dass wir nicht an weißem Armagnac oder dem Standardzeugs Interesse hatten, sondern uns die alten Jahrgänge und besonderen Abfüllungen interessieren. Davon hatte diese Domaine nur 3 Stück. Der Wein gefiel mir allerdings durch die Bank weg wieder sehr gut und ich bereue es, dass wir nur eine Flasche mitnahmen. Diese überlebte den Abend leider nicht und ich konnte bisher noch keinen Importeur in Deutschland finden. Und für direkte Bestellungen nach Deutschland sind diese Domaines eindeutig zu klein.

Weiter ging es zur Domaine de Juglaron, welche von der Familie Duffau betrieben wird. Wir fanden ein malerisch gelegenes und wunderschönes altes Landhaus vor mit entsprechenden Produktionshallen drumherum. Zuerst menschenleer, konnten wir nach kurzem Telefonat, die Ehefrau einer der beiden Brüder treffen, welche die Domaine betreiben. Als sie die von außen so modern wirkenden Lagerhallen öffnete, trauten wir unseren Augen kaum. Riesige Fuderfässer an den Wänden und in der Mitte eine große Zahl an regulären 420 Liter-Fässern. Dazu beim schnellen Blick auf die Schilder Jahrgänge zurück bis in die 1970er. Genau danach hatten wir gesucht. In der Verkostung und Präsentation überzeugten uns die ältesten Jahrgänge am meisten. Auch hier hatte ich das Gefühl, dass der Wein der Fokus der Domaine war und Armagnac eine nette Nebenspielerei. Auch zeigte sich im Laufe des Gesprächs, dass wir als Spirituosen-Nerds sicher nicht die Zielgruppe dieses Armagnacs waren, sondern Kunden in Fernost und Luxus-Airlines, welche eher auf schöne Flaschen und Verpackungen schauen als auf die Inhalte. Umso mehr erfreute es unsere Gastgeberin, dass wir ehrliches Interesse an ihren Spirituosen hatte und auch hier erlebten wir wieder eine tolle Herzlichkeit. Leider konnte Sie aufgrund fehlender Ahnung uns nicht tiefer in die Produktionshallen führen. Ich bin mir sicher mit etwas Anmeldung wird man hier eine noch bessere Erfahrung bekommen, die sicher auch in weiteren Schätzen münden könnte. Wir fanden den 1976er und 1979er bemerkenswert.

In einer großen Runde nach Hause durchquerten wir Éauze zu Fuß und sahen so einiges von der Umgebung, was sonst im Auto nur vorbeifliegt.

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Das liest sich so,.als wäre man dabei gewesen. Ach, Moment…:hugs:

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Kurze Zwischenladung analoge Schnappschüsse bevor es morgen weiter mit Text zu Hontambère und Ladevèze geht.

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Besuch bei Hontambère - Cindy und Sylvain
Auch dieser Besuch war einer der wenigen Pflichttermine für uns. So groß war uns der Name präsent von den Abfüllungen von Grape of the Art und anderen IB’s. Zu seriös wirkte der Auftritt beim GAF. Also einfach einen Termin ausgemacht und hingefahren. So einfach wie wir uns das vorstellten war das Ganze aber nicht.

Hontambère ist keine “normale” Domaine mit Hofverkauf und jahrhundertealter Familientradition. Der jetzige britische Besitzer kaufte die heruntergekommene Domaine mit dazugehörigen Weinflächen im Jahr 2008 und steckte viel Kohle herein. Im aktuellen Zustand ist die Anlage für Besucher nicht geöffnet. Termine können zwar vereinbart werden, sind aber definitiv nicht an der Tagesordnung. Insofern war uns die Ehre zuerst gar nicht bewusst, dass wir hier einen Vormittag mit Sylvain, dem Kellermeister, und Cindy, der ausführenden Chefin vor Ort, verbringen durften.

Im Jahr 2008 wurde die Domaine generalüberholt und insbesondere viel Geld in die Technik und die Gebäude investiert. Demzufolge sahen wir die mit Abstand modernste Domaine im besten Zustand. Die alte Bausubstanz war zwar erhalten, aber alles war hell und modern ausgestattet. Alles wirkte sauber und aufgeräumt. An jeder Ecke war hier klar, dass wir uns im Territorium von gehobenen Produkten befinden. Hier würde keine schäbige VSOP-Flasche für den Supermarkt den Hof verlassen, sondern unverdünnte Single-Casks für Nerds entstehen hier.

Und so war dann auch die Verkostung ganz nach unserem Geschmack. Wir durften vier verschiedene Abfüllungen probieren. Alle strikt nach den vier Standard-Rebsorten getrennt. Zu unserer Freude blendet man nicht bei Hontambere, sondern baut alle Rebsorten an und versucht die jeweiligen Stärken und Charaktere der Sorten zu zeigen. Aufgrund des noch jungen Alters der Abfüllungen (immer dran denken, es ging erst 2008 los!) war der Gruppenfavorit wieder schnell im Folle Blanche gefunden. Diese Rebsorte kann im Alter von 10-15 Jahren wirklich scheinen, vor allem im Vergleich zu den alten Gassenhauern Ugni Blanc und Baco. Eine andere Rebsorte möchte ich dennoch lobend hervorheben, da mir immer viel an kontroverser Diskussion gelegen ist: Der Colombard führte zur tiefgehensten Diskussion in unserer Gruppe von 8 Personen. Plötzlich gab es unterschiedliche Ansichten und Meinungen. Eine Spirituose genau nach meinem Geschmack für unsere Reise.

Im Anschluss an die seriöse Verkostung an für uns sofort erwerblichen Flaschen folgte dann der Höhepunkt des Besuches. Wir gingen in den Fasskeller und Sylvain zeigte uns den Zustand von gefühlt 20 verschiedenen Fässern, indem wir direkt aus den Fässern probieren konnten und sollten. Ein unglaubliches Erlebnis mit ihm gemeinsam. Bis heute habe ich eine Ehrfurcht vor seinem Wissen und Können. In meinen Augen steht und fällt der Erfolg des Hontambere-Projektes mit ihm.

Hier glänzten uns die Augen bei den gezeigten Qualitäten. So jungen und fassstarken Armagnac hatten wir allgemein selten im Glas. Aber hier wurde uns gezeigt, dass auch 6 oder 10 jährige Armagnacs wirklich bereits trinkfertig und spektakulär sein können. Sicher profitieren die alle von weiterer Lagerung, aber bereits heute hätte ich manches davon in Flaschen erworben.

Im Anschluss wurde noch über die Möglichkeit gesprochen direkte Fässer mit New-Make als Privatpersonen erwerben zu können. Hier machen wir uns noch organisatorische Gedanken zu, aber dennoch kann ich gerne Informationen weiterleiten, falls jemand Interessiertes bis hierhin mitgelesen haben sollte. Für uns war dies definitiv ein äußerst interessanter Gedanke, der auf seine Chancen der Verwirklichung überprüft wird.

Alles in allem wirklich eine tolle Domaine mit unfassbar netten Personen. Ein völlig anderer Charme als bei den anderen Domaines, die wir besuchen durften. Alles wirkte sehr hochwertig und edel. Man sah, was mit sehr viel Kapital möglich sein wird auch in dieser sehr traditionsbewussten und teilweise vergessenen Spirituosenkategorie. Wir sind auf jeden Fall gespannt wie die Zukunft hier aussieht. Bald werden die ersten Abfüllungen hier 20-25 Jahre alt sein. Dann erst lohnt ein Vergleich mit anderen Abfüllern mit ähnlicher Kragenweite. Bis dahin sehen wir nur das enorm hohe Potenzial von Hontambère.

Kurzer Infotext zu alten Hontambère-Abfüllungen: Zum Start der Domaine in der jetzigen Besetzung 2008 war klar, dass hier lange nichts kommen wird. Also wurde sich eine Taktik überlegt, wie man die Reifezeit schonmal sinnvoll nutzen kann um den Namen in der Zielgruppe bekannter zu machen. Unweit der Domaine liegt eine andere Domaine, welche als Altersgründen aufgehört hat. Die Domaine Pouchegu verkaufte den große Mengen von altem Stock an die Domaine Hontambère. Dazu gehört quasi jeder uns bekannte Armagnac von den unabhängigen Abfüllern, welche in letzter Zeit rauskamen. Insbesondere sind hier die 80er Jahrgänge (zB Grape of the Art - Hontambère 1985!!!). Alles was vor 2008 destilliert wurde hat mit der Domaine wie man sie heute vorfindet recht wenig zu tun. Insofern ein cleverer Move um seinen Namen schonmal den Spirituosen-Nerds bekannt zu machen, die dann auch bereit sind ein paar hundert € pro Flasche auszugeben.

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Da ich zu Ladevèze nicht mitgefahren bin, hier der Bericht vom lieben @Thunderbird

Ladevèze
Am Freitag ging es dann zur Domaine Ladevèze. Oliver (@Freddi_di_Mare) hatte diese Domaine herausgesucht, denn sie soll die einzige, die alle zulässigen Trauben für Armagnac anbaut und verarbeitet. Dabei sollte es sich zudem um ein Geschäft mit angrenzender Domain handeln.
Dort angekommen stellte sich dann ein komplett anderes Bild dar. Vor Ort war auf weiter Flur ein kleines Gehöft mit gemauerter Scheune…und das war es. Kein Publikumsverkehr oder sonst eine Person war zu sehen. Wir hatten erst gedacht, dass wir uns verfahren hätten, aber alles stimmte…
Da das Tor zur Scheune offen stand, entschlossen wir uns einfach mal reinzuschauen und das war die beste Entscheidung des Tages. In der Scheune war eine kleine alte verstaubte offene Vitrine, in der sich einige verschiedene Flaschen Armagnac befanden. Ansonsten war diese Scheune mit zum Teil uralten Fässern in allen Größen und Demi Johns gefüllt.
Und mitten in der Scheune stand Alexandre Ladevèze. Er war sichtlich über unser Erscheinen überrascht…
Da Alexandre nur französisch sprach und wir so gut wie gar nicht, gestaltete sich anfangs die Konversation etwas umständlich . Aber mit Hilfe von Übersetzungsapps, Händen und Füßen war es schließlich doch möglich und wir konnten mit einem Tasting beginnen. Nach unseren ersten Verlosungen von Armagnacs aus unterschiedlichen Trauben (Plant de Graisse, Colombard, Ugni Blanc und Folle Blanche), erkannte Alexandre, dass wir uns mit Armagnac recht gut auskannten. Er geriet immer mehr ins schwärmen , erzählte von seiner Umstellung auf ausschließlich Bio-Agricultur, von seinen Versuchen und dass vor kurzem Luca Gargano bei ihm war und ein Fass mit Folle Blanche gekauft hatte. Die abgefüllten Flaschen lagen noch ohne Etikett auf einer Palette. Einige wenige Flaschen (3) davon hatte er für sich übrig behalten (wir Glücklichen :grin:)!
Dann bat er uns auf eine abenteuerliche Treppe ihm auf den Dachboden der Scheune zu folgen. Dort gab er uns Fassproben von jungen Mauzac Blanc und Mauzac Rosé zum verkosten..und diese waren grandios. Obwohl sie noch nicht lange lagerten, hatten sie schon eine enorme Komplexität, Frucht und Fülle. Da darf man sicherlich noch herausragendes erwarten.
Von unserer Begeisterung angetan, bat uns Alexandre ihm erneut zu folgen. Wir verließen die Scheune und gingen in einen Keller des gegenüberliegenden Wohnhauses.
Und das war eine Offenbarung.. in diesem Keller lagerten alle Spezialitäten von Alexandre zuzüglich seiner Experimente mit neuen Trauben etc.
Dort durften wir zwei Fassabfüllungen verkosten, die uns alle komplett geflasht hatten. Unter anderem ein Ugni Blanc 2009, der nach Belüftung starke Ähnlichkeiten mit einem Savanna HERR aufwies. Alexandre selbst nannte ihn “Ugni Blanc Fraise”. Von diesem Fass konnten wir die allerersten nur für uns abgefüllten Flaschen mit der Nummerierung 1-5 kaufen :star_struck:.
Die andere Abfüllung war ein Uni Blanc 2004, der von der ersten Sekunde an sofort all seine Aromen explosionsartig freisetzte…einfach fantastisch.
Als Resümee lässt sich festhalten, daß Alexandre ein Miraculix des Armagnac ist und man von ihm noch viele herausragende Abfüllungen erwarten darf. Alexandre wird Mister “Baco” genannt und er selber sagt von sich, daß er mit Armagnac im Kopf aufwacht, am Tag mit Armagnac arbeitet und mit Armagnac einschläft und von ihm träumt. Das sei sein Leben. Eine eigene Destille hat er nicht.
Für uns waren diese 2 ½ Stunden bei ihm ein unbeschreibliches Erlebnis…dieser Enthusiasmus, die Freude und Authentizität von Alexandre waren mehr als beeindruckend. Wir kommen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder. Und dann mit viel mehr Zeit.

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Abschluss

Ihr merkt bis hierhin sicherlich mit welcher Begeisterung wir, Teilnehmer, von dieser Reise berichten. Daher wollte ich nochmal die Chance nutzen allgemein dazu aufzurufen mehr zu machen. Diese ganze Idee ist aus einem dämlichen Facebook-Kommentar zwischen @Chris2302 und mir entstanden mit dem Inhalt doch auch einfach mal in die Gascogne fahren zu müssen. Wenig wussten wir wie weit die Strecke tatsächlich ist.

Insgesamt gehöre ich auch zu denjenigen die diese Reise als eins der intensivsten Erlebnisse ihres Lebens beschreiben würden. Die Vorfreude, die Eindrücke, die Gruppenharmonie, das Wetter, die Umgebung, alles unglaublich umwerfend. Auch habe ich gemerkt, dass ich wohl feinfühliger auf diese Menge an Eindrücken reagiere als die Anderen und definitiv mehr Regeneration benötige. Sowohl auf der Reise als auch danach. Um nichts in der Welt hätte ich allerdings diese Reise missen wollen. Die Entdeckungen und Eindrücke daraus haben meine Sicht auf die Spirituosenwelt sicherlich noch weiter geschärft und auch verändert.

Aber für euch soll daher der Appell sein, die Gemeinschaft zu suchen. Die Freundschaften die bei unseren Events entstehen, sei es Bonner Rumcrew, RumX-Communitytreffen im Haus Acht oder auch jetzt diese unfassbare Reise aus unserer RumX-Community heraus sind leuchtende Beispiele dafür, wie sehr einen dieses nerdige Hobby einen kann. Egal durch welche Einkommensschicht oder Berufsgruppe man hier Leute trifft, es ist immer wieder eine wahre Freude. Gerade auch Neueinsteiger bereichern unsere Treffen, daher auch hier nochmal die Bitte keine Angst zu haben und einfach danach zu fragen, dazukommen zu dürfen. Wir versuchen die Türen immer offen zu halten für jeden der sich nett dazugesellen möchte.

Also trefft euch und lernt euch kennen. Es lohnt sich. Und meistens gibts auch gute Getränke dabei!

Hier meine Highlight Bilder, welche eigentlich den Wert dieser Reise zeigen. Uns!

Danke an @Chris2302 , @Freddi_di_Mare , @Thunderbird , @BananaJoe und Hannah!!!

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